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Foto: hhach / Pixabay

Schmale Hüften, runder Bauch, breite Schultern. So sieht die Alterspyramide für Deutschland aus. Wenige junge Menschen stehen einer wachsenden Zahl älterer Menschen gegenüber. Das setzt Arbeitsmarkt, Wirtschaft und soziale Sicherungssysteme unter Druck. Die Politik sucht Lösungen für die demografischen Herausforderungen.  

Damit die Belange von Frauen nicht aus dem Blick geraten, hat der Deutsche Frauenrat im vergangenen Jahr den Fachausschuss „Demografischer Wandel – jetzt generationen- und geschlechtergerechte Politik einfordern“ eingesetzt. Das achtköpfige Gremium unter Leitung von Dr. Heide Mertens (Arbeitsgemeinschaft Katholischer Frauenverbände und -gruppen) entwickelt Antworten auf die drängenden Fragen, die eine alternde Gesellschaft insbesondere für Frauen aufwirft: Was tun gegen die zunehmende Altersarmut von Frauen? Welche Bedarfe haben besonders Frauen an die soziale Infrastruktur? Und wie sieht eine gleichstellungsorientiere Reform der sozialen Sicherungssysteme aus?

Gesetzliche Rente im Fokus

In seinem ersten Amtsjahr befasst sich der Fachausschuss vor allem mit der gesetzlichen Rente. Gerade für Frauen ist sie die wichtigste Säule ihrer Altersvorsorge – und ein Spiegel der gleichstellungspolitischen Versäumnisse der letzten Dekaden: Ehegattensplitting, Minijobs, mangelnde Kinderbetreuung und ungleiche Verteilung von unbezahlter Sorgearbeit bescheren Frauen durchschnittlich 37 Prozent weniger Rente als Männern. Jede fünfte Rentnerin ist armutsbetroffen. Bei Frauen mit Migrations- oder Fluchterfahrung liegen diese Zahlen sogar noch deutlich höher. Eine intersektionale Perspektive ist folglich unerlässlich, um alle Frauen im Alter besser abzusichern.

Der Gesetzgeber hat sich vorgenommen, die gesetzliche Rente zu reformieren. Um die Reform bestmöglich für Frauen zu begleiten, lud der Fachausschuss u.a. Camille Logeay, Professorin an der TU Berlin und Mitglied der derzeit tagenden Rentenkommission, Alexandra Schiltz, Leiterin des Referats „Demografischer Wandel, Generationengerechtigkeit“ im BMBFSFJ zu sich ein. Die gewonnenen Erkenntnisse, wie die gesetzliche Rente gestärkt und geschlechter- und sozial gerecht weiterentwickelt werden kann, fließen in die Positionen ein, die die Mitglieder des Fachausschusses aktuell erarbeiten.

Foto Heidi Scherm

Nur geschlechtergerechte Antworten auf die Herausforderungen des demografischen Wandels machen unsere Gesellschaft gerechter, lebenswerter und zukunftsfest – für alle Menschen!

Dr. Heide Mertens, Leiterin des Fachausschusses „Demografischer Wandel – jetzt generationen- und geschlechtergerechte Politik einfordern“

Der Fachausschuss Demografischer Wandel

Dr. Agnes Allroggen-BedelSPD FrauenMitglied
Nadia Bouraoui-GretterBerufsverband Hauswirtschaft e.V.Mitglied
Anna KaibEvangelische Frauen in DeutschlandMitglied
Dr. Heide Mertens Arbeitsgemeinschaft Katholischer Frauenverbände und -gruppen, Leitung FachausschussLeitung
Anna SabelVerband binationaler Familien und Partnerschaften (iaf)Mitglied
Charlotte SchlüterDeutscher Gewerkschaftsbund – Frauen im DGBMitglied
Lisa SommerDeutscher Frauenrat Koordinatorin
Barbara StadlerDeutscher Berufsverband für Soziale Arbeit (DBSH)Mitglied
Jessica Weller Frauen Union der CDU DeutschlandsMitglied
Henriette WunderlichSozialverband Deutschland e.V. (SoVD)Mitglied
Der Fachausschuss Demografischer Wandel mit der Rentenexpertin Camille Logeay (Bild: Deutscher Frauenrat)