Fachausschuss Klima Klimagerechtigkeit jetzt!

Im Juni 2021 entschied die Mitgliederversammlung des Deutschen Frauenrats im Verband Strategien für eine geschlechtergerechte Klimapolitik zu entwickeln. Im zweiten Jahr seiner Laufzeit hat der dazu eingesetzte Fachausschuss Klima ein Papier verfasst, das die Diskussion um die gleichstellungspolitischen Auswirkungen von Klimawandel und Klimaschutzpolitik entfachen soll.

Junge Frau bemalt ein Schild für eine Klima-Demo
(DF)

Der Fachausschuss „Klimaschutz geht alle an! Klimaschutz und Geschlechtergerechtigkeit aus Frauenperspektive.“

Die Klimakrise wirkt sich auf alle Menschen aus, aber Frauen und Mädchen sind aufgrund von sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Faktoren oft stärker von den Folgen betroffen. Gute Lebensgrundlagen für alle können deshalb nur mit einer geschlechter- und sozial gerechten Klimapolitik geschaffen werden. Sie muss Frauen Teilhabe und soziale Sicherung garantieren und die Auswirkungen klimapolitischer Maßnahmen geschlechterkritisch in den Blick nehmen und darauf reagieren.

In seinem zweiten Jahr bekam der Fachausschuss Zuwachs durch drei neue Mitglieder Verstärkung. Personell gestärkt wählte das Gremium vier zentrale klimapolitische Handlungsfelder des Koalitionsvertrages aus und analysierte sie exemplarisch mit gleichstellungspolitischem Blick. Dazu holte sich der Fachausschuss Expertise von Katja Diehl, (Autorin, „SheDrivesMobility“-Podcast), Katharina Habersbrunner, (Women Engage for a Common Future (WECF)), Tanja Kenkmann (Öko-Institut) und Dr. Christina Schildmann (Hans-Böckler-Stiftung) ein.

Klimapolitische Handlungsfelder

1. Ökologischer Strukturwandel von Arbeitsmarkt und Wirtschaft
2. Geschlechteraspekte beim klimagerechten Bauen und Wohnen
3. Klima- und sozial gerechte MobilitätswendeDF Grafik 05 01
4. Repräsentanz und Teilhabe von Frauen in der Energiewende

Fachausschuss erarbeitet Beschlussvorlage

Nach den anregenden Vorträgen und Diskussionen verschriftlichten die Fachausschussmitglieder erste Empfehlungen für eine feministische Klimapolitik. Im daraus entstandenen Papier „Klimagerechtigkeit jetzt! Ansätze für eine feministische Klimapolitik“ zeigt der Fachausschuss die Auswirkungen von klimapolitischen Maßnahmen auf die Lebensrealität von Frauen in diesen Feldern exemplarisch auf. Zudem leitet er Handlungsempfehlungen für den DF ab.

Das Papier soll auf der Mitgliederversammlung 2023 vorgestellt und als Beschlussvorlage abgestimmt werden. Es markiert den Abschluss der innerverbandlichen Expertisenentwicklung und legt gleichzeitig den Grundstein im DF, um die Klimapolitik der Bundesregierung frauenpolitisch kritisch zu begleiten.

Eine wirksame Klimapolitik kann nur gelingen, wenn sie feministisch ist. Dazu muss sie auf nationaler und internationaler Ebene geschlechtergerecht und transformativ sein, bestehende Ungleichheiten beseitigen und Frauen soziale Sicherung und Teilhabe garantieren.
Monika von Palubicki, Leiterin des Fachausschusses Klima und DF-Vorstandsmitglied
Portrait von Monika von Palubicki
Monika von Palubicki, Leiterin Fachausschuss Klima und Mitglied im Vorstand (© Barbara Dietl)

Mitglieder des Fachausschusses

  • Monika von Palubicki, Arbeitsgemeinschaft katholischer Frauenverbände und -gruppen (AG Kath) (Leitung)
  • Heidrun Gerdes, Frauenbrücke Ost-West
  • Dr. Ljuba Günther, Verband aktiv-unabhängiger Frauen e.V. (VAF)
  • Linda Jäger, Business Professional Women (BPW)
  • Heike Lehmann, Deutscher Gewerkschaftsbund - Frauen im DGB
  • Ulrike Röhr, Frauen in Naturwissenschaft und Technik NUT e.V.
  • Katrin Williams, Deutscher Ingenieurinnenbund
  • Sheyda Weinrich, Geschäftsstelle DF (Koordination)