Fachausschuss Armut Frauenarmut überwinden

Frauen sind häufiger von Armut betroffen als Männer. Seit zwei Jahren beschäftigt sich der Fachausschuss Armut intersektional mit den vielschichtigen Ursachen und Wirkungen von Frauenarmut und entwickelt Handlungsempfehlungen.

Frau sitzt mit Rechnungen am Boden
(© Kmpzzz / shutterstock.com)

Letzten Herbst spürten die Bürger*innen die Folgen des russischen Angriffskrieg auf die Ukraine auch im Portemonnaie: Steigende Inflation, Energie- und Lebenshaltungskosten treffen vor allem Armutsbetroffene hart. Zuvor hatte die DF-Mitgliederversammlung im Sommer das Schwerpunktthema „Raus aus der Armut“ um zwei weitere Jahre verlängert. Die Teilhabe für alle ist ein wichtiges Anliegen im DF.

Verfehlte Krisenpolitik

Mit Susanne Maier als neu gewählte Leiterin befasste sich der Fachausschuss im vergangenen Jahr mit Gesetzesvorhaben der Bundesregierung. Das neunköpfige Gremium untersuchte die Auswirkungen der Preisanstiege auf Frauen in verschiedenen Lebenslagen und kritisierte das Vorgehen der Bundesregierung. Statt mit gezielten Maßnahmen ging die Ampelkoalition beim Abmildern der Preissteigerungen geschlechterunsensibel vor. So brachte sie Entlastungen für alle auf den Weg, statt gezielte Maßnahmen für beispielsweise Rentner*innen oder Alleinerziehende vorzusehen. Damit wurden Steuergelder auch an die Einkommensklassen verteilt, die Preissteigerungen verschmerzen könnten. Um zu zeigen, dass Frauen unter den aufeinanderfolgenden und sich überlagernden Krisen besonders leiden, sensibilisierte der DF mit einer Themenwoche zu Frauenarmut in seinem Instagram-Profil, die auf sehr großes Interesse stieß. 

Wir lassen die Chancen und Möglichkeiten für Frauen nicht zum Kollateralschaden aufeinanderfolgender Krisen werden.
Susanne Maier, Leiterin Fachausschuss Armut und Mitglied im Vorstand
Portrait von Susanne Maier
Susanne Maier (© Andrea Vollmer)

Expertise wird gestärkt

Zudem vertiefte sich der Fachausschuss in die Themen bezahlbares Wohnen und feministische Stadtentwicklung. Dazu lud er mit Dr. Mary Dellenbaugh-Losse, Stadtforscherin und Autorin, eine Expertin ein, die einen Einblick in geschlechtergerechte Stadtplanung und -entwicklung sowie ihre herausfordernde Umsetzung gab.

Nicole Trieloff, Referentin beim Verband alleinerziehender Mütter und Väter, tauschte in einem weiteren Hearing mit den Fachausschussmitgliedern Aspekte zum Stand der geplanten Kindergrundsicherung aus. Gemeinsam wurde die beste Form der Bündelung der kinderbezogenen Leistungen diskutiert.

DF im Beraterkreis der Bundesregierung

Die starke Stimme des DF und seine Expertise im weiten Feld von Ursache und Wirkung von Frauenarmut verschafft ihm Gehör bis in höchste politische Reihen: Vorstandsmitglied Susanne Maier wird in dieser Wahlperiode den DF im Beraterkreis zur Erstellung des 7. Armuts- und Reichtumsberichts der Bundesregierung vertreten und hier die Perspektive von Frauen in verschiedenen Lebenslagen mit Rückenwind aus dem Fachausschuss einbringen.

Gruppenfoto vom Fachausschuss Armut
Der Fachausschuss (vlnr): Juliane Zinke, Heide Mertens (hinten), María Adela Salinas, Ulrike Brzoska, Susanne Maier, Cornelia Geukes, Henriette Wunderlich, Stefanie Rönnau, Agnes Allroggen-Bedel, Daniela Jaspers

Mitglieder im Fachausschuss

  • Susanne Maier, Business and Professional Women (BPW) (Leitung)
  • Dr. Agnes Allroggen-Bedel, Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (ASF)
  • Ulrike Brzoska, Evangelische Frauen in Deutschland e.V. (EFiD)
  • Dr. Cornelia Geukes, Deutscher Akademikerinnenbund (DAB)
  • Daniela Jaspers, Verband alleinerziehender Mütter und Väter
  • Dr. Heide Mertens, Arbeitsgemeinschaft katholischer Frauenverbände und -gruppen (AG Kath)
  • Dr. Stefanie Rönnau, Frauenunion der CDU Deutschlands
  • María Adela Salinas, Bundesverband der Mütterzentren
  • Henriette Wunderlich, Sozialverband Deutschland (SoVD)
  • Juliane Zinke, Deutscher Frauenrat (Koordinatorin)