Matinee mit dem Bundespräsidenten und Elke Büdenbender Internationaler Frauentag im Schloss Bellevue

Anlässlich des Internationalen Frauentags hieß Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier am 7. März 2025 den Deutschen Frauenrat (DF) sowie ausgewählte Vertreter*innen aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft im Schloss Bellevue willkommen. Bereits zum zweiten Mal wurde dem DF als starke Stimme für Frauen in Deutschland die besondere Ehre zuteil, in Bellevue empfangen zu werden.

Die Veranstaltung stand unter dem Zeichen wachsender demokratischer Herausforderungen und der Notwendigkeit eines breiten gesellschaftlichen Bündnisses für Gleichstellung und Frauenrechte.

Gruppenfoto mit dem Bundespräsidenten und den Podiumsgästen
© H. Scherm

Zusammenrücken für Gleichstellung und Demokratie

In seiner Eröffnungsansprache würdigte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier die Bedeutung frauenpolitischer Bündnisse und stellte bereits errungene Erfolge der deutschen Gleichstellungspolitik heraus. Gleichzeitig mahnte er, dass insbesondere 2025 vor dem Hintergrund erstarkender Frauenfeindlichkeit noch ein weiter Weg zu gehen sei. Mit Besorgnis verwies er auf aktuelle Entwicklungen: „Wir erleben, wie auch bei uns die Frauenfeindlichkeit steigt, besonders im Netz.“ In aller Deutlichkeit stellte der Bundespräsident fest:

Wenn unsere Demokratie ein Frauenproblem hat, dann hat unser Land ein Demokratieproblem.
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier
Foto von Bundespräsident Steinmeier bei der Eröffungsansprache
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier bei der Eröffnungsansprache (© H. Scherm)

Diese Einschätzung fand deutlichen Widerhall in der Ansprache von Dr. Beate von Miquel, Vorsitzende Deutscher Frauenrat: „Fehlen Frauen, fehlen ihre Perspektiven. Verlieren die Frauen, verliert die Demokratie." Mit scharfem Blick auf die internationale Situation warnte sie vor den Gefahren frauenfreier Machtzirkel: „Putin, Trump, Milei, Musk. Autokraten in unheilvoller Allianz mit Big Tech. Gemeinsam legen sie die Axt an demokratische und frauenpolitische Errungenschaften – oder greifen martialisch zur Kettensäge.“ In ihrem eindringlichen Appell für mehr gesellschaftlichen Zusammenhalt forderte Beate von Miquel: 

Wir müssen zusammenrücken – im Parlament und in der Gesellschaft, beherzt und solidarisch, am Frauentag und auch an jedem anderen Tag des Jahres für ein friedliches und gleichberechtigtes Miteinander.
DF-Vorsitzende Dr. Beate von Miquel
Foto von Dr. Beate von Miquel am Redner*innenpult
DF-Vorsitzende Dr. Beate von Miquel begrüßt das Publikum (© H. Scherm)

Gewalthilfegesetz als gemeinsamer Erfolg

Den Blick in die Zukunft und auf die Herausforderungen gerichtet, die auf die kommende Bundesregierung zukommen, appellierte Dr. Beate von Miquel: „Was ein breites Bündnis aus Engagierten Gutes bewirken kann, zeigt sich eindrücklich am jüngst verabschiedeten Gewalthilfegesetz. Dieser Meilenstein für den Gewaltschutz in Deutschland konnte nur erreicht werden, weil wir gemeinsam an einem Strang gezogen haben: In den Verbänden, in den Medien, in der Politik – über Parteigrenzen hinweg.“ Dieser Erfolg, so von Miquel, zeige auf, was gleichstellungspolitisch errungen werden kann, wenn Frauen sich pluralistisch, parteipolitisch übergreifend sowie weltanschaulich und religiös ungebunden organisieren und müsse in der kommenden Legislatur als Richtschnur dienen.

Frauen stärken – für gleiche Chancen und Rechte

Nach der Begrüßung durch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und die Vorsitzende des Deutschen Frauenrats, Dr. Beate von Miquel, folgte eine lebhafte Paneldiskussion. Im Zentrum stand die Frage, wie echte Gleichstellung gelingen kann. Diskutiert wurde, wie unterschiedliche Perspektiven und Lebensrealitäten den Weg zur Gleichstellung prägen können, welche Rolle Frauennetzwerke dabei spielen und an welchen Stellen besonderer Handlungsbedarf besteht, um das Ziel der Gleichstellung zu erreichen.Teilnehmerinnen waren Elke Büdenbender, Richterin am Verwaltungsgericht Berlin und Mitgastgeberin der Veranstaltung, Petra Bentkämper, Deutscher LandFrauenverband, Daniela Hottenbacher, Bund der Deutschen Katholischen Jugend, Heide Pfarr, Deutscher Juristinnenbund und Ceyda Tutan, Bundesverband der Migrantinnen in Deutschland. 

Eingerahmt wurde die Matinee im Schloss Bellevue durch die souveräne Moderation von Andrea Blome und die inspirierenden kulturellen Beiträge der Autorin Julia Korbik und der Musikerin Katharina Franck.

Eindrücke

© H. Scherm
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